Anleitung

Google Ads Suchkampagne mit Claude erstellen: die Anleitung

Google-Ads-Suchkampagne mit Claude (KI) erstellen: 13 Schritte von Steckbrief und Tracking bis zum Start, mit allen Prompts und Video-Masterclass.

Tobias Weingärtner · 29. Oktober 2026 · 21 Min Lesezeit

Kurz gesagt

Eine Google-Ads-Suchkampagne mit Claude entsteht in 13 Schritten, vom Projekt mit Steckbrief bis zur Optimierung in den ersten Wochen. Die KI baut eine gute Kampagne nur, wenn sie Ihren Betrieb kennt. Deshalb kommt zuerst ein Projekt mit festen Regeln und ein Steckbrief per Interview, dann das Conversion-Tracking, erst danach Keywords, Struktur, Anzeigen und Gebote. Claude sortiert, rechnet und schreibt Entwürfe, die Entscheidungen treffen Sie. Live geschaltet wird erst, wenn eine Testanfrage im Konto ankommt.

Video: Google Ads Suchkampagne mit Claude erstellen: die komplette Masterclass Schritt für Schritt (2026). Das Video wird erst nach Klick von YouTube geladen.

Warum „Bau mir eine Kampagne“ nicht funktioniert

Die meisten nutzen KI für Google Ads so: kurze Eingabe rein, fertige Kampagne raus. Das Ergebnis sieht ordentlich aus und bringt trotzdem wenig. Der Grund liegt nicht bei Claude. Claude weiß schlicht nichts über Ihren Betrieb: kein Budget, keine Leistungen, kein Einzugsgebiet, nicht einmal, ob Sie bestimmte Arbeiten überhaupt anbieten. Wo Wissen fehlt, füllt ein Sprachmodell die Lücke mit dem Durchschnitt. Eine Durchschnittskampagne ist genau das, was Sie nicht wollen.

Im Video baut Tobias deshalb eine komplette Suchkampagne für einen Klimatechniker in Düsseldorf, genau so, wie wir sie für einen echten Kunden bauen würden. Der Betrieb ist ein Beispiel. Suchvolumen, Klickpreise und Wettbewerber in Düsseldorf sind echt. An jeder Stelle sehen Sie, wo Claude hilft und wo ein Mensch entscheidet.

Die Kampagne im Überblick

SchrittWas Claude machtWas Sie entscheiden
Projekt und Steckbriefinterviewt Sie und schreibt den SteckbriefLeistungen, Gebiet, Budget, Angebot
Trackingschreibt einen Tracking-Plan mit Testlistewelche Conversions zählen
Keywordsformatiert Listen, sucht Synonyme, liest Wettbewerberwas in die Kampagne kommt
Sortierenordnet tausende Keywords in Start, später, klären, rausRückfragen zu Ihren Leistungen
Struktur und Uploadbaut die Datei für den Google Ads EditorKampagnen und Anzeigengruppen
Einstellungenprüft Screenshots Ihrer EinstellungenNetzwerke, Standorte, Automatik
Anzeigen und Assetsschreibt Titel, Beschreibungen, Sitelinkswas davon stimmt und passt
Geboterechnet, was eine Anfrage kosten darfGebotsstrategie und Budget
Landingpageprüft Screenshots auf Message-Matchwas geändert wird
Optimierungsortiert den Suchbegriffberichtwelche Begriffe ausgeschlossen werden

Alle Prompts aus dem Video, die Keyword-Tabelle und eine Checkliste gibt es kostenlos im Suchkampagnen-Kit.

Die Anleitung in 13 Schritten

Die 13 Schritte bauen aufeinander auf. Überspringen Sie keinen, vor allem nicht den Steckbrief und das Tracking: Auf beiden baut alles Weitere auf.

Schritt 1: Ein Claude-Projekt mit festen Regeln anlegen

Bevor eine einzige Keyword-Recherche passiert, legen Sie in Claude ein Projekt an, zum Beispiel „Google Ads Klimatechnik Düsseldorf“. Ein Projekt merkt sich Anweisungen und Wissen, Sie müssen also nicht in jedem Chat von vorn erklären, worum es geht. Später, wenn Sie die Kampagne optimieren, kennt Claude den Betrieb schon.

In die Projekt-Anweisungen gehören Regeln, die verhindern, dass Claude Zahlen erfindet:

Prompt für Claude: Erfinde keine Zahlen. Suchvolumen, Klickpreise, Bewertungen und Jahreszahlen kommen von mir oder aus Dateien, die ich hochlade. Fehlt eine Zahl, frag nach oder schreib „fehlt“. Du schlägst vor, ich entscheide. Begründe jeden Vorschlag mit einem Satz. Halte dich an den Steckbrief im Projektwissen. Wenn etwas nicht dazu passt, sag es, statt es zu glätten.

Der wichtigste Satz ist „Du schlägst vor, ich entscheide“. Er legt die Rollen für die ganze Kampagne fest.

Schritt 2: Den Steckbrief per Interview erstellen

Statt einen langen Text über Ihren Betrieb zu schreiben, lassen Sie sich von Claude interviewen:

Prompt für Claude: Ich baue eine Google-Ads-Kampagne für einen lokalen Betrieb. Interview mich, eine Frage nach der anderen, bis du einen vollständigen Steckbrief hast: Leistungen, Leistungen, die nicht angeboten werden, Einzugsgebiet, Monatsbudget, welche Leistung zuerst Anfragen bringen soll, durchschnittlicher Auftragswert, wie Anfragen reinkommen (Telefon oder Formular) und fünf Bausteine fürs Angebot: Hauptnutzen, Unterschied zur Konkurrenz, Extra, Beweis, Sicherheit. Schlag bei jeder Frage eine Antwort vor, die ich korrigieren kann. Am Ende ein Steckbrief als Markdown.

Claude schlägt zu jeder Frage eine Antwort vor, Sie korrigieren. Im Beispiel kommt dabei heraus:

  • Leistungen: Split-Klimaanlagen für Privathaushalte, Beratung, Montage, Wartung, Reinigung
  • Nicht im Angebot: Gewerbeklimatisierung, Wärmepumpen, mobile Geräte, Notdienst
  • Gebiet und Budget: Düsseldorf plus 20 km, 2.500 € im Monat
  • Fokus: zuerst die Montage von Split-Klimaanlagen, später Wartung
  • Angebot: „Endlich gut schlafen im Sommer“ als Nutzen, erste Wartung inklusive als Extra, Bewertungen und montierte Anlagen als Beweis, Garantie auf die Montage als Sicherheit

Gerade die Liste der Leistungen, die Sie nicht anbieten, ist Gold wert. Aus ihr entstehen später die Ausschluss-Keywords. Und die fünf Angebots-Bausteine sind das, was Ihre Anzeige von den austauschbaren Anzeigen der Wettbewerber unterscheidet.

Wer diesen Steckbrief sauber ausarbeitet, macht nach unserer Erfahrung schon mehr als die meisten Betriebe, die Google Ads mit KI aufsetzen. Am Ende lassen Sie Claude den Steckbrief im Projektwissen ablegen.

Wichtig zum Datenschutz: Laden Sie Checklisten, Keyword-Listen und Berichte hoch, aber niemals Kundendaten oder Zugangsdaten.

Schritt 3: Zuerst das Tracking, dann die Keywords

Richten Sie das Conversion-Tracking ein, bevor Sie ein einziges Keyword suchen. Für einen Dienstleister zählen abgeschickte Formulare und Anrufe ab 60 Sekunden als Conversion. Der Grund für die Reihenfolge: Die Kampagne läuft später mit „Conversions maximieren“. Google bietet dann so, dass möglichst viele Conversions herauskommen, und was eine Conversion ist, legen Sie fest. Zählt dort ein Seitenaufruf, bekommen Sie Seitenaufrufe. Zählt gar nichts, optimiert Google auf nichts.

Für eine Suchkampagne eines Dienstleisters brauchen Sie mindestens diese Conversions:

ConversionPrimär oder sekundärHinweis
Formular abgeschicktprimärnur einmal pro Anfrage zählen
Anruf über die Anzeigeprimärnur ab 60 Sekunden Gesprächsdauer
Anruf über Tracking-Nummerprimärbraucht einen eigenen Anbieter, ab 60 Sekunden
Klick auf die Telefonnummersekundärauf primär stellen, wenn zu wenig Daten kommen

Primäre Conversions fließen in die Gebotsoptimierung ein, sekundäre nur ins Reporting. Als Richtwert sollten in 30 Tagen etwa 15 bis 30 Conversions zusammenkommen. Kommen Formular und Anrufe zusammen nur auf 10 bis 15, nehmen Sie den Klick auf die Telefonnummer als primäre Conversion dazu.

Einen Tracking-Plan schreibt Ihnen Claude auf Basis des Steckbriefs:

Prompt für Claude: Schreib mir einen Tracking-Plan für die Website aus dem Steckbrief. Welche Conversion-Aktionen brauche ich, welche davon primär, welche sekundär und warum? Gib mir eine Tabelle (Aktion, primär/sekundär, Auslöser, Grund) und eine Testliste, mit der ich vor dem Start prüfen kann, ob alles zählt.

Wie Sie die Conversions technisch einrichten, steht im Beitrag Conversion-Tracking für Google Ads einrichten.

Schritt 4: Die Suchabsicht verstehen

Bevor Sie ein einziges Keyword suchen, steht eine Frage: Mit welcher Absicht sucht jemand? Es gibt im Grunde vier Arten zu suchen.

AbsichtBeispielWas die Person will
Wissen„wie funktioniert eine Split-Klimaanlage“eine Antwort, keinen Handwerker
Hinfinden„Daikin Klimaanlage“, Name eines Wettbewerberseine bestimmte Firma oder Marke
Vergleichen„Split oder Monoblock“kurz vor der Entscheidung
Beauftragen„Klimaanlage einbauen lassen“jetzt jemanden, der es macht

Beauftragen ist am wertvollsten und am teuersten, weil alle darauf bieten. Bei 2.500 € Budget im Monat starten Sie dort. Wie Sie mit wenig Budget priorisieren, steht im Beitrag Google Ads mit kleinem Budget. Vergleichen kommt dazu, wenn Geld übrig ist. Wissen und Hinfinden lassen Sie zunächst liegen, notieren aber alles, damit Sie später nicht von vorn recherchieren.

Schritt 5: Keywords mit dem Keyword-Planer und Claude finden

Die Daten kommen aus dem Keyword-Planer in Google Ads, nicht aus Claude. Claude nutzen Sie danach zum Formatieren, Ergänzen und Sortieren.

  1. Standort richtig einstellen. Der Keyword-Planer kennt keinen Umkreis. Wählen Sie deshalb Ihre Stadt und die Orte im Einzugsgebiet einzeln aus. Mit „Deutschland“ werden die Suchvolumen viel zu groß angezeigt.
  2. Startbegriffe eingeben, zum Beispiel „Klimaanlage einbauen“, „Split-Klimaanlage“, „Klimaanlage Wartung“, „Klimatechniker“, und die Keyword-Ideen als CSV herunterladen.
  3. Liste von Claude bereinigen lassen, damit nur noch die Keywords übrig sind.
  4. Synonyme ergänzen. Kunden suchen nicht immer mit Ihren Fachbegriffen:

Prompt für Claude: Nenn mir Synonyme und Fachbegriffe, mit denen Kunden nach den Leistungen aus dem Steckbrief suchen. Nur kurze Begriffe, keine langen Suchphrasen, keine Zahlen. Markiere, welche Begriffe eher von Laien und welche eher von Fachleuten kommen.

  1. Wettbewerber auslesen lassen. Geben Sie Claude die Websites von zwei, drei Wettbewerbern:

Prompt für Claude: Lies diese Websites von Wettbewerbern. Liste mir alle Leistungen und Begriffe auf, die dort vorkommen und in meiner Liste noch fehlen. Womit werben sie? Welche Versprechen tauchen bei allen auf, welche nur bei einem?

Die Antwort auf die letzte Frage brauchen Sie später für die Anzeigentexte: Was alle versprechen, unterscheidet Sie nicht.

  1. Suchvolumen abrufen. Die vollständige Liste geben Sie unter „Suchvolumen und Prognosen“ wieder in den Keyword-Planer, mit Ihrem Gebiet und dem Zeitraum der letzten 12 Monate. Gerade bei saisonalen Leistungen wie Klimaanlagen muss Sommer und Winter drinstecken. Laden Sie die bisherigen Messwerte herunter, nicht die Prognosen.

Ein häufiger Fehler: Keywords mit wenig Suchvolumen werfen. Für einen Onlineshop mag das stimmen. Wer aber „Klimaanlage installieren lassen“ in Ihrer Region sucht, ist genau der Kunde, den Sie wollen, auch wenn es nur wenige im Monat sind.

Schritt 6: Keywords sortieren: Start, später, klären, raus

Hier spart Claude am meisten Zeit. Was früher Stunden gedauert hat, erledigt es in einigen Minuten. Sie geben den Export aus dem Keyword-Planer in Ihr Projekt und lassen jedes Keyword einordnen:

Prompt für Claude: Hier ist der Export aus dem Keyword-Planer mit historischen Messwerten. Gib mir für jedes Keyword eine Zeile, Spalten genau in dieser Reihenfolge, ohne Kopfzeile: Keyword, Leistung, Quelle, Absicht, Suchvolumen, Gebot, Status, Anzeigengruppe, Keyword-Option, Landingpage, Notiz.

Der Status kennt vier Werte:

  • Start: passt klar zum Steckbrief und hat Kaufabsicht
  • Später: passt, kommt aber erst bei mehr Budget dazu, zum Beispiel Kostenfragen
  • Klären: Claude ist unsicher und fragt nach, etwa ob Sie auch Monoblock-Geräte einbauen
  • Raus: passt nicht, zum Beispiel „12 Volt Split Klima“, weil es um Wohnmobile geht

Die Liste wird riesig. Deshalb lassen Sie sie im zweiten Schritt verdichten:

Prompt für Claude: Die Liste ist mir zu groß. Gib mir drei Dinge: Nur die Zeilen mit Status „Start“, höchstens 15 pro Anzeigengruppe, die mit der klarsten Kaufabsicht. Alle „Raus“-Keywords zusammengefasst zu Ausschlusswörtern: das kürzeste Wort, das die Suche blockiert, zum Beispiel „auto“ statt 40 einzelner Autosuchen, Singular und Plural als eigene Zeilen. „Später“ und „Klären“ nur zählen, nicht ausgeben.

Für die Ausschlüsse lohnt eine eigene Tabelle mit zwei Listen: allgemeine Ausschlüsse und Wettbewerber. Mehr zum Prinzip steht im Beitrag Negative Keywords richtig einsetzen.

Ehrlich gesagt: Bis hierhin steckt schon viel Arbeit in der Kampagne, und genau an dieser Stelle steigen viele Betriebsinhaber aus. Die Zeit lohnt sich trotzdem. Auf der Keyword-Recherche baut die ganze Kampagne auf.

Schritt 7: Die Kampagnenstruktur festlegen

Für einen lokalen Betrieb gilt: wenige große Kampagnen statt vieler kleiner. Eine Kampagne pro Stadt oder eine Anzeigengruppe pro Keyword zerstückelt die Daten, und der Algorithmus kann nicht mehr zwischen günstigen und teuren Suchen ausgleichen. Vieles, was vor ein paar Jahren richtig war, schadet heute:

  • Eine Anzeigengruppe pro Keyword war sinnvoll, als Anzeigen drei feste Überschriften hatten. Heute setzt Google die Anzeige selbst aus vielen Titeln zusammen. Einzelgruppen zerstückeln nur die Daten.
  • Eine Kampagne pro Stadt lässt jede Kampagne allein lernen. Ein Radius um Ihre Adresse reicht.
  • Möglichst viele Keywords bringen vor allem Arbeit. Der Großteil der Anfragen kommt ohnehin über fünf bis zehn Keywords pro Kampagne.

Der Grund für weniger, größere Kampagnen ist der Algorithmus. Angenommen, Sie wollen im Schnitt 60 € pro Anfrage zahlen. In einer gemeinsamen Kampagne gibt es Suchen, bei denen eine Anfrage 40 € kostet, und andere, bei denen sie 90 € kostet. Liegt alles in einem Topf, nimmt der Algorithmus die günstigen mit und kann bei den teuren mitbieten. Im Schnitt landet er bei 60 €, und Sie bekommen mehr Anfragen. Getrennt in drei Kampagnen muss jede einzeln 60 € schaffen. Die teure bietet vorsichtiger, verliert Auktionen, und Anfragen, die auch für 90 € ein gutes Geschäft gewesen wären, bleiben aus.

Trennen braucht deshalb einen echten Grund: eine Leistung mit völlig anderem Auftragswert, etwa Wärmepumpen mit Förderung, oder den Wunsch, Budget bewusst zu verschieben, weil das Montageteam voll ist. „Ich will es im Bericht getrennt sehen“ ist kein Grund, dafür gibt es Filter.

Für den Klimatechniker heißt das: eine Kampagne mit vier Anzeigengruppen, dazu eine kleine Kampagne auf den eigenen Firmennamen. Die kostet fast nichts und verhindert, dass ein Wettbewerber über Ihrem Namen steht. Performance Max würden wir bei einem lokalen Betrieb mit 2.500 € im Monat nicht starten, auch wenn Google-Berater das gern empfehlen. Sie greift auf dieselben Suchanfragen zu und nimmt der Suchkampagne die Daten weg.

Schritt 8: Die Kampagne mit dem Google Ads Editor hochladen

Statt jede Anzeigengruppe einzeln im Konto anzuklicken, lassen Sie Claude eine Datei für den Google Ads Editor bauen. Das ist das kostenlose Programm von Google, mit dem Sie Kampagnen offline bearbeiten und gesammelt hochladen.

Prompt für Claude: Erstelle mir aus allen Keywords mit Status „Start“ eine Tabelle für den Google Ads Editor mit den Spalten Kampagne, Anzeigengruppe, Keyword, Keyword-Option. Kampagnenname „Search Klima Düsseldorf“. Genau passend in eckigen Klammern, Wortgruppe in Anführungszeichen. Dazu eine zweite Tabelle mit allen Ausschluss-Keywords mit Status „Raus“, aufgeteilt in die Listen „Universal“ und „Branche Klima“. Beides als CSV zum Download.

Im Editor importieren Sie die Datei und prüfen die Vorschau, bevor Sie hochladen. Im Video legt der erste Versuch nur eine Anzeigengruppe an statt sieben. Eine kurze Rückfrage bei Claude, eine korrigierte Datei, und die Vorschau stimmt: eine Kampagne, sieben Anzeigengruppen, 81 Keywords. Nach dem Hochladen pausieren Sie die Kampagne sofort, denn die Einstellungen fehlen noch.

Schritt 9: Die richtigen Kampagneneinstellungen

Stand Oktober 2026 empfehlen wir für eine neue Suchkampagne diese Einstellungen:

EinstellungUnsere Empfehlung
WerbenetzwerkeSuchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk aus
Conversion-Zielenur die primären: Formular und Anrufe
GebotsstrategieConversions maximieren, ohne Ziel-CPA
AI Maxam Anfang aus
StandortRadius um Ihre Adresse, Option „Präsenz“
SpracheDeutsch, optional Englisch für englische Browser
Automatisch erstellte Assetsaus
Weitgehend passende Keywordsaus
Werbezeitenbei knappem Budget Ihre Erreichbarkeit, sonst rund um die Uhr
Automatische Empfehlungenim Konto alle deaktivieren

Präsenz heißt: Die Anzeige erscheint nur Menschen, die in Ihrem Gebiet wohnen oder sich dort aufhalten, nicht Menschen, die sich nur dafür interessieren. AI Max ist etwas für später, wenn die Kampagne viele Conversions gesammelt hat und das Budget nicht mehr ausgeschöpft wird.

Besonders wichtig sind die automatischen Empfehlungen im Konto. Sind sie aktiv, darf Google selbst Änderungen vornehmen, zum Beispiel weitgehend passende Keywords einbauen. Dann steigen plötzlich die Kosten pro Anfrage, ohne dass jemand von Ihnen etwas geändert hat. Das Gleiche gilt für automatisch erstellte Assets: im Zweifel alles deaktivieren.

Unsicher, ob alles stimmt? Machen Sie einen Screenshot der Kampagneneinstellungen und lassen Sie Claude gegenprüfen.

Schritt 10: Anzeigentexte schreiben, die sich unterscheiden

Wer bei Google „Klimaanlage Düsseldorf“ sucht, sieht fast nur austauschbare Anzeigen: Ort, Leistung, Jahre Erfahrung. Weil Claude die Wettbewerber schon gelesen hat und Ihr Angebot kennt, kann es Texte schreiben, die sich abheben:

Prompt für Claude: Schreibe mir für die Anzeigengruppe „Klimaanlage Einbau“ eine responsive Suchanzeige. 15 Titel, je höchstens 30 Zeichen, nach diesem Mix: zweimal Leistung und Ort, dreimal Nutzen, zweimal Unterschied, zweimal Beweis, einmal Tempo, einmal Wert, einmal Sicherheit, zweimal Handlung, einmal frei. Vier Beschreibungen, je höchstens 90 Zeichen, in jeder zwei bis drei Bausteine, nur Fakten aus dem Steckbrief. Wo eine Zahl fehlt, schreib X. Vermeide Formulierungen, die bei allen Wettbewerbern vorkommen. Zähl die Zeichen mit Code nach und gib sie in einer eigenen Spalte aus.

Warum ein fester Mix? Google kombiniert die Titel selbst. Stehen 15-mal dieselbe Aussage in anderen Worten drin, kann Google nichts testen. Mit dem Mix kommt jeder Baustein vor: Leistung und Ort, damit oben steht, was gesucht wurde. Nutzen und Unterschied, damit Sie nicht klingen wie alle. Beweis, Tempo und Sicherheit für Vertrauen. Und eine Handlung, damit klar ist, was als Nächstes passiert.

Die letzte Zeile im Prompt ist kein Detail. Sprachmodelle verzählen sich bei Zeichen gern. Mit „mit Code zählen“ rechnet Claude nach, statt zu schätzen.

Auch die Anzeigen lassen Sie als Editor-Datei ausgeben und laden sie gesammelt hoch. Anpinnen würden wir nur einen Titel: den mit dem gesuchten Begriff an Position eins. Den Rest testet Google.

Schritt 11: Assets ergänzen

Assets machen die Anzeige größer und vertrauenswürdiger. Diese gehören dazu:

  • Bilder von echten Arbeiten und Ihrem Team, ohne Text im Bild
  • Firmenname und Logo
  • Sitelinks: sechs Stück sind nach unserer Erfahrung der Richtwert, den Google sehen will. Mit einer Landingpage führen sie als Sprungmarken direkt zu Abschnitten, etwa zum Formular
  • Zusatzinformationen und Snippets, zum Beispiel Marken oder Leistungen
  • Anruf-Asset mit Ihrer Telefonnummer und der passenden Anruf-Conversion
  • Standort: Verknüpfen Sie Ihr Google-Unternehmensprofil, damit die Anzeige auch in lokalen Ergebnissen erscheinen kann

Sitelinks, Zusatzinformationen und Snippets schreibt Claude aus dem Steckbrief, zum Beispiel mit „Schreib mir sechs Sitelinks mit jeweils zwei Beschreibungszeilen, nur Fakten aus dem Steckbrief“. Geben Sie dabei die URL Ihrer Landingpage mit, dann kann Claude die Sprungmarken direkt einsetzen.

Schritt 12: Gebotsstrategie und Budget durchrechnen

Starten Sie eine neue Suchkampagne mit „Conversions maximieren“ ab dem ersten Tag, ohne Ziel-CPA. Smart Bidding braucht dafür etwa 15 Conversions im Monat, ob Ihr Budget dafür reicht, rechnet Claude vor. Einen Ziel-CPA setzen Sie erst nach zwei bis drei Monaten mit stabilen Zahlen.

Früher galt: erst Klicks sammeln, dann auf Conversions umstellen. Das machen wir heute nicht mehr, wenn das Tracking von Anfang an sauber misst. Im älteren Beitrag zum 3-Phasen-Modell steht deshalb inzwischen ein entsprechender Hinweis. Unter manuellen Geboten lernt der Algorithmus nur, wer klickt, nicht wer anfragt. Beim späteren Umstellen fängt er bei null an.

Deshalb starten wir direkt mit Conversions maximieren. Ein Ziel, das Sie am ersten Tag raten, ist fast immer zu eng, dann wird die Kampagne kaum ausgespielt. Rechnen Sie damit, dass die Kampagne in den ersten ein, zwei Tagen kaum Impressionen bekommt und langsam anläuft.

Smart Bidding braucht etwa 15 Conversions im Monat, um ein Muster zu erkennen. Ob Ihr Budget dafür reicht, rechnet Claude aus:

Prompt für Claude: Mit dem Budget und dem Auftragswert aus dem Steckbrief: Wie viel darf eine Anfrage maximal kosten, wenn jede dritte Anfrage ein Auftrag wird und der Auftrag sich lohnen soll? Komme ich mit dem Budget auf mindestens 15 Anfragen im Monat? Rechne mit Code und zeig die Rechnung.

Im Beispiel liegt die rechnerische Obergrenze bei rund 1.167 € pro Anfrage: 3.500 € Auftragswert geteilt durch drei Anfragen pro Auftrag. Bei diesem Wert würde die Werbung den kompletten Auftragswert aufbrauchen. Entscheidend ist deshalb, was ein Auftrag nach Material und Arbeit übrig lässt, also der Deckungsbeitrag. Mit 2.500 € Budget und 15 Anfragen kostet eine Anfrage rund 167 €, ein Auftrag also rund 500 €. Bringt ein Auftrag mehr als 500 € Deckungsbeitrag, rechnet sich die Kampagne. Genau diese Rechnung gehen wir mit unseren Kunden durch, damit klar ist, wie profitabel die Kampagne wirklich ist.

Zwei Regeln für später:

  • Ziel-CPA erst setzen, wenn die Kampagne zwei bis drei Monate lang regelmäßig rund 30 Conversions im Monat gesammelt hat.
  • Manuelle Gebotsanpassungen wie „minus 30 Prozent auf Mobilgeräten“ greifen bei Conversions maximieren nicht. Smart Bidding entscheidet bei jeder Auktion selbst.

Schritt 13: Die Landingpage prüfen

Prüfen Sie vor dem Start, ob die Landingpage das Versprechen der Anzeige oben aufgreift, die Überschrift zur Suche passt und eine Anfrage in wenigen Schritten möglich ist. Die beste Anzeige bringt nichts, wenn die Seite dahinter etwas anderes erzählt. Eine normale Startseite lenkt mit Menüs ab, hat selten eine klare Handlungsaufforderung und greift das Versprechen der Anzeige nicht auf. Drei Fragen prüfen wir immer:

  1. Passt die Überschrift zur Suche? Wer „Klimaanlage einbauen lassen“ sucht, muss oben genau das lesen und nicht „Willkommen bei Müller Kältetechnik“.
  2. Hält die Seite, was die Anzeige verspricht? Steht in der Anzeige „Festpreis vor Montage“, muss das oben auf der Seite stehen.
  3. Wie schnell kann ich anfragen? Telefonnummer oben und klickbar, Formular mit wenigen Feldern. Bei Klimaanlagen hilft ein kurzes Quiz mit Raumanzahl, Raumgröße und Platz für das Außengerät.

Testen Sie immer auf dem Handy. In unseren Konten kommen rund 80 bis 90 Prozent der Klicks von Mobilgeräten. Auch hier hilft Claude:

Prompt für Claude: Hier ist ein Screenshot meiner Landingpage in Handyansicht und die Anzeige für die Gruppe „Klimaanlage Einbau“. Prüf drei Dinge: Passt die Überschrift zu den Keywords der Gruppe? Findet sich jedes Versprechen der Anzeige oben auf der Seite? Wie viele Schritte braucht jemand bis zur Anfrage? Gib mir die drei wichtigsten Änderungen, sortiert nach Wirkung.

Wie eine Landingpage aufgebaut sein muss, steht im Beitrag Warum Landingpages nicht konvertieren und auf unserer Seite zu Landingpages.

Vor dem Start: Kommt eine Anfrage im Konto an?

Die Kampagne steht, aber eingeschaltet wird sie noch nicht. Zuerst prüfen Sie das Entscheidende: Kommen Anfragen überhaupt als Conversion im Konto an? Schicken Sie eine Testanfrage über das Formular, rufen Sie einmal über die Website an und warten Sie, bis beides in Google Ads auftaucht. Das kann ein paar Stunden dauern. Erst dann geht die Kampagne live.

Die ersten Wochen: Geduld und vier Hebel

Nach dem Start kommt der schwierigste Teil: fast nichts tun. In den ersten ein, zwei Wochen lernt der Algorithmus, die Zahlen schwanken stark. Mal kostet eine Anfrage 30 €, mal 150 €. Wer jetzt täglich an Budget und Gebotsstrategie dreht, schickt die Kampagne jedes Mal zurück in die Lernphase.

Das Einzige, was Sie früh tun sollten: jede Woche den Suchbegriffbericht prüfen und unpassende Begriffe ausschließen. Nach 30 Tagen lassen Sie Claude den Bericht sortieren:

Prompt für Claude: Hier ist der Suchbegriffbericht. Sortiere jeden Suchbegriff: ausschließen, als Keyword aufnehmen, beobachten. Ausschließen nur, wenn er sicher nicht zum Steckbrief passt. Gib für jeden Ausschluss das kürzeste Wort an, das ausgeschlossen werden muss, plus Singular und Plural. Schließ nichts aus, was zu „Klären“ oder „Später“ gehört. Markiere Suchbegriffe mit Kosten, aber ohne Conversion. Am Ende die Ausschlüsse als Liste zum Kopieren.

Und mit den Zahlen der ersten 30 Tage je Anzeigengruppe fragen Sie: Welche Gruppe bringt Anfragen, welche kostet Geld ohne Ergebnis, welche hat zu wenig Daten und gehört in eine andere, und sind wir reif für einen Ziel-CPA? Den Durchschnitt lässt Claude mit Code berechnen und einen Wert 10 bis 20 Prozent darüber vorschlagen.

Läuft die Kampagne stabil, gibt es vier Hebel für mehr Anfragen:

  1. Budget erhöhen, aber in Schritten von 10 bis 20 Prozent, dann ein bis zwei Wochen abwarten. Große Sprünge werfen die Kampagne zurück in die Lernphase. Saisonale Leistungen skalieren Sie vor der Saison, bei Klimaanlagen im Frühjahr.
  2. Das Gebiet erweitern, wenn Anfragen von außerhalb gut laufen und Sie dort auch hinfahren. Oft der günstigste Weg zu mehr Anfragen.
  3. Keywords mit Status „Später“ aufnehmen, etwa Kostenfragen, die schon fertig in Ihrer Tabelle stehen.
  4. Weitgehend passende Keywords testen, aber erst mit stabilem Ziel-CPA und als Experiment mit der Hälfte des Traffics.

Eine neue Leistung wie Wärmepumpen bekommt eine eigene Kampagne, weil Auftragswert und Kunden anders sind.

Wie wir das in der Agentur machen

Weingärtner Beratung ist eine Google-Ads-Agentur aus Düsseldorf für Handwerker und Dienstleister. Alles in dieser Anleitung funktioniert mit der normalen Claude-App: Screenshots und CSV-Dateien hinein, Ergebnisse heraus. Bei uns läuft es eine Stufe weiter. Wir arbeiten mit Claude Code, das die Daten direkt aus den Konten holt. Wir müssen nichts mehr exportieren, sondern sagen zum Beispiel „Prüf die Einstellungen aller Kampagnen“ oder „Werte die Suchbegriffe der letzten 14 Tage aus“.

Ändern darf die KI trotzdem nichts, ohne dass wir zustimmen. Sie schlägt vor, wir entscheiden. Wie das im Alltag aussieht, steht auf der Seite KI bei Weingärtner.

Ist Ihnen das neben dem Betrieb zu viel? Genau diese Kette aus Tracking, Keywords, Kampagne und Landingpage bauen wir jede Woche für Handwerker und Dienstleister auf. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir, ob wir für Sie die Richtigen sind.

Kapitel im Video

ZeitKapitel
0:00Intro
1:58Claude-Projekt und Steckbrief
12:50Conversion-Tracking
16:50Keyword-Recherche
32:52Kampagnenstruktur
34:58Upload mit dem Google Ads Editor
38:44Kampagneneinstellungen
45:28Anzeigentexte
50:16Assets
52:52Gebotsstrategie
55:07Landingpage prüfen
58:35Start der Kampagne
1:00:25Optimierung in den ersten Wochen
1:02:39Ausblick
Tobias Weingärtner
Geschrieben von Tobias WeingärtnerGeschäftsführer, Google Ads seit 2019

Baut und betreut die Google-Ads-Konten unserer Kunden und zeigt die Arbeit offen auf YouTube, mit echten Konten und echten Zahlen. Mehr über uns

FAQ

Häufige Fragen dazu.

Kann Claude eine Google-Ads-Kampagne komplett allein erstellen?

Technisch ja, sinnvoll nein. Ohne Wissen über Ihren Betrieb füllt Claude die Lücken mit dem Durchschnitt, und eine Durchschnittskampagne bringt durchschnittlich wenig. Claude ist stark beim Sortieren von Keyword-Listen, beim Rechnen und bei Textentwürfen. Welche Leistungen beworben werden, welches Gebiet und welche Suchbegriffe ausgeschlossen werden, entscheiden Sie.

Brauche ich für diese Anleitung eine kostenpflichtige Claude-Version?

Für Projekte mit hinterlegtem Wissen und für längere Aufgaben wie das Sortieren mehrerer tausend Keywords brauchen Sie in der Regel ein bezahltes Abo. Im Video arbeitet Tobias mit der normalen Claude-App im Browser, ohne Programmierkenntnisse.

Darf ich Kundendaten in Claude hochladen?

Nein. Laden Sie Steckbrief, Keyword-Listen, Berichte und Screenshots hoch, aber keine Kundendaten, keine Anfragen mit Namen und Telefonnummern und keine Zugangsdaten. Für Kampagnenaufbau und Auswertung braucht Claude diese Daten nicht.

Welche Gebotsstrategie ist für eine neue Suchkampagne richtig?

Conversions maximieren ab dem ersten Tag, ohne Ziel-CPA. Ein Ziel, das Sie am ersten Tag schätzen, ist fast immer zu eng, dann wird die Kampagne kaum ausgespielt. Einen Ziel-CPA setzen Sie erst, wenn die Kampagne zwei bis drei Monate lang regelmäßig rund 30 Conversions im Monat gesammelt hat.

Welche Schritte gehören zu einer Google-Ads-Suchkampagne mit Claude?

13 Schritte: Claude-Projekt anlegen, Steckbrief per Interview, Conversion-Tracking, Suchabsicht klären, Keywords finden, Keywords sortieren, Struktur festlegen, Upload per Google Ads Editor, Einstellungen, Anzeigentexte, Assets, Gebotsstrategie und Landingpage prüfen. Danach folgen eine Testanfrage vor dem Start und die Optimierung in den ersten Wochen.

Was ist ein Claude-Projekt und wofür brauche ich es?

Ein Projekt ist ein Arbeitsbereich in Claude mit festen Anweisungen und hinterlegtem Wissen, etwa dem Steckbrief Ihres Betriebs. So müssen Sie nicht in jedem Chat neu erklären, worum es geht, und Claude kennt beim Optimieren Monate später noch Ihre Leistungen, Ihr Gebiet und Ihr Budget.

Brauche ich Claude Code dafür?

Nein. Für eine einzelne Kampagne reicht die normale Claude-App, in die Sie Screenshots und CSV-Dateien laden. Claude Code nutzen wir in der Agentur, um Daten direkt aus vielen Konten zu holen.

Lohnt sich Performance Max für einen lokalen Handwerksbetrieb?

Am Anfang meist nicht, weil Performance Max der Suchkampagne Daten wegnimmt. Mehr dazu im Beitrag „KI in Google Ads: Was sie kann und was nicht“.

Wie lange dauert der Aufbau einer Suchkampagne mit Claude?

Die meiste Zeit kostet die Keyword-Recherche, rechnen Sie dafür mehrere Stunden. Das Sortieren der Listen, das früher am längsten gedauert hat, erledigt Claude in einigen Minuten. Dazu kommen Tracking und Landingpage, die oft schon vor dem Kampagnenaufbau fertig sein sollten.

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