Eine Google-Ads-Suchkampagne mit Claude entsteht in 13 Schritten, vom Projekt mit Steckbrief bis zur Optimierung in den ersten Wochen. Die KI baut eine gute Kampagne nur, wenn sie Ihren Betrieb kennt. Deshalb kommt zuerst ein Projekt mit festen Regeln und ein Steckbrief per Interview, dann das Conversion-Tracking, erst danach Keywords, Struktur, Anzeigen und Gebote. Claude sortiert, rechnet und schreibt Entwürfe, die Entscheidungen treffen Sie. Live geschaltet wird erst, wenn eine Testanfrage im Konto ankommt.
Warum „Bau mir eine Kampagne“ nicht funktioniert
Die meisten nutzen KI für Google Ads so: kurze Eingabe rein, fertige Kampagne raus. Das Ergebnis sieht ordentlich aus und bringt trotzdem wenig. Der Grund liegt nicht bei Claude. Claude weiß schlicht nichts über Ihren Betrieb: kein Budget, keine Leistungen, kein Einzugsgebiet, nicht einmal, ob Sie bestimmte Arbeiten überhaupt anbieten. Wo Wissen fehlt, füllt ein Sprachmodell die Lücke mit dem Durchschnitt. Eine Durchschnittskampagne ist genau das, was Sie nicht wollen.
Im Video baut Tobias deshalb eine komplette Suchkampagne für einen Klimatechniker in Düsseldorf, genau so, wie wir sie für einen echten Kunden bauen würden. Der Betrieb ist ein Beispiel. Suchvolumen, Klickpreise und Wettbewerber in Düsseldorf sind echt. An jeder Stelle sehen Sie, wo Claude hilft und wo ein Mensch entscheidet.
Die Kampagne im Überblick
| Schritt | Was Claude macht | Was Sie entscheiden |
|---|---|---|
| Projekt und Steckbrief | interviewt Sie und schreibt den Steckbrief | Leistungen, Gebiet, Budget, Angebot |
| Tracking | schreibt einen Tracking-Plan mit Testliste | welche Conversions zählen |
| Keywords | formatiert Listen, sucht Synonyme, liest Wettbewerber | was in die Kampagne kommt |
| Sortieren | ordnet tausende Keywords in Start, später, klären, raus | Rückfragen zu Ihren Leistungen |
| Struktur und Upload | baut die Datei für den Google Ads Editor | Kampagnen und Anzeigengruppen |
| Einstellungen | prüft Screenshots Ihrer Einstellungen | Netzwerke, Standorte, Automatik |
| Anzeigen und Assets | schreibt Titel, Beschreibungen, Sitelinks | was davon stimmt und passt |
| Gebote | rechnet, was eine Anfrage kosten darf | Gebotsstrategie und Budget |
| Landingpage | prüft Screenshots auf Message-Match | was geändert wird |
| Optimierung | sortiert den Suchbegriffbericht | welche Begriffe ausgeschlossen werden |
Alle Prompts aus dem Video, die Keyword-Tabelle und eine Checkliste gibt es kostenlos im Suchkampagnen-Kit.
Die Anleitung in 13 Schritten
Die 13 Schritte bauen aufeinander auf. Überspringen Sie keinen, vor allem nicht den Steckbrief und das Tracking: Auf beiden baut alles Weitere auf.
Schritt 1: Ein Claude-Projekt mit festen Regeln anlegen
Bevor eine einzige Keyword-Recherche passiert, legen Sie in Claude ein Projekt an, zum Beispiel „Google Ads Klimatechnik Düsseldorf“. Ein Projekt merkt sich Anweisungen und Wissen, Sie müssen also nicht in jedem Chat von vorn erklären, worum es geht. Später, wenn Sie die Kampagne optimieren, kennt Claude den Betrieb schon.
In die Projekt-Anweisungen gehören Regeln, die verhindern, dass Claude Zahlen erfindet:
Prompt für Claude: Erfinde keine Zahlen. Suchvolumen, Klickpreise, Bewertungen und Jahreszahlen kommen von mir oder aus Dateien, die ich hochlade. Fehlt eine Zahl, frag nach oder schreib „fehlt“. Du schlägst vor, ich entscheide. Begründe jeden Vorschlag mit einem Satz. Halte dich an den Steckbrief im Projektwissen. Wenn etwas nicht dazu passt, sag es, statt es zu glätten.
Der wichtigste Satz ist „Du schlägst vor, ich entscheide“. Er legt die Rollen für die ganze Kampagne fest.
Schritt 2: Den Steckbrief per Interview erstellen
Statt einen langen Text über Ihren Betrieb zu schreiben, lassen Sie sich von Claude interviewen:
Prompt für Claude: Ich baue eine Google-Ads-Kampagne für einen lokalen Betrieb. Interview mich, eine Frage nach der anderen, bis du einen vollständigen Steckbrief hast: Leistungen, Leistungen, die nicht angeboten werden, Einzugsgebiet, Monatsbudget, welche Leistung zuerst Anfragen bringen soll, durchschnittlicher Auftragswert, wie Anfragen reinkommen (Telefon oder Formular) und fünf Bausteine fürs Angebot: Hauptnutzen, Unterschied zur Konkurrenz, Extra, Beweis, Sicherheit. Schlag bei jeder Frage eine Antwort vor, die ich korrigieren kann. Am Ende ein Steckbrief als Markdown.
Claude schlägt zu jeder Frage eine Antwort vor, Sie korrigieren. Im Beispiel kommt dabei heraus:
- Leistungen: Split-Klimaanlagen für Privathaushalte, Beratung, Montage, Wartung, Reinigung
- Nicht im Angebot: Gewerbeklimatisierung, Wärmepumpen, mobile Geräte, Notdienst
- Gebiet und Budget: Düsseldorf plus 20 km, 2.500 € im Monat
- Fokus: zuerst die Montage von Split-Klimaanlagen, später Wartung
- Angebot: „Endlich gut schlafen im Sommer“ als Nutzen, erste Wartung inklusive als Extra, Bewertungen und montierte Anlagen als Beweis, Garantie auf die Montage als Sicherheit
Gerade die Liste der Leistungen, die Sie nicht anbieten, ist Gold wert. Aus ihr entstehen später die Ausschluss-Keywords. Und die fünf Angebots-Bausteine sind das, was Ihre Anzeige von den austauschbaren Anzeigen der Wettbewerber unterscheidet.
Wer diesen Steckbrief sauber ausarbeitet, macht nach unserer Erfahrung schon mehr als die meisten Betriebe, die Google Ads mit KI aufsetzen. Am Ende lassen Sie Claude den Steckbrief im Projektwissen ablegen.
Wichtig zum Datenschutz: Laden Sie Checklisten, Keyword-Listen und Berichte hoch, aber niemals Kundendaten oder Zugangsdaten.
Schritt 3: Zuerst das Tracking, dann die Keywords
Richten Sie das Conversion-Tracking ein, bevor Sie ein einziges Keyword suchen. Für einen Dienstleister zählen abgeschickte Formulare und Anrufe ab 60 Sekunden als Conversion. Der Grund für die Reihenfolge: Die Kampagne läuft später mit „Conversions maximieren“. Google bietet dann so, dass möglichst viele Conversions herauskommen, und was eine Conversion ist, legen Sie fest. Zählt dort ein Seitenaufruf, bekommen Sie Seitenaufrufe. Zählt gar nichts, optimiert Google auf nichts.
Für eine Suchkampagne eines Dienstleisters brauchen Sie mindestens diese Conversions:
| Conversion | Primär oder sekundär | Hinweis |
|---|---|---|
| Formular abgeschickt | primär | nur einmal pro Anfrage zählen |
| Anruf über die Anzeige | primär | nur ab 60 Sekunden Gesprächsdauer |
| Anruf über Tracking-Nummer | primär | braucht einen eigenen Anbieter, ab 60 Sekunden |
| Klick auf die Telefonnummer | sekundär | auf primär stellen, wenn zu wenig Daten kommen |
Primäre Conversions fließen in die Gebotsoptimierung ein, sekundäre nur ins Reporting. Als Richtwert sollten in 30 Tagen etwa 15 bis 30 Conversions zusammenkommen. Kommen Formular und Anrufe zusammen nur auf 10 bis 15, nehmen Sie den Klick auf die Telefonnummer als primäre Conversion dazu.
Einen Tracking-Plan schreibt Ihnen Claude auf Basis des Steckbriefs:
Prompt für Claude: Schreib mir einen Tracking-Plan für die Website aus dem Steckbrief. Welche Conversion-Aktionen brauche ich, welche davon primär, welche sekundär und warum? Gib mir eine Tabelle (Aktion, primär/sekundär, Auslöser, Grund) und eine Testliste, mit der ich vor dem Start prüfen kann, ob alles zählt.
Wie Sie die Conversions technisch einrichten, steht im Beitrag Conversion-Tracking für Google Ads einrichten.
Schritt 4: Die Suchabsicht verstehen
Bevor Sie ein einziges Keyword suchen, steht eine Frage: Mit welcher Absicht sucht jemand? Es gibt im Grunde vier Arten zu suchen.
| Absicht | Beispiel | Was die Person will |
|---|---|---|
| Wissen | „wie funktioniert eine Split-Klimaanlage“ | eine Antwort, keinen Handwerker |
| Hinfinden | „Daikin Klimaanlage“, Name eines Wettbewerbers | eine bestimmte Firma oder Marke |
| Vergleichen | „Split oder Monoblock“ | kurz vor der Entscheidung |
| Beauftragen | „Klimaanlage einbauen lassen“ | jetzt jemanden, der es macht |
Beauftragen ist am wertvollsten und am teuersten, weil alle darauf bieten. Bei 2.500 € Budget im Monat starten Sie dort. Wie Sie mit wenig Budget priorisieren, steht im Beitrag Google Ads mit kleinem Budget. Vergleichen kommt dazu, wenn Geld übrig ist. Wissen und Hinfinden lassen Sie zunächst liegen, notieren aber alles, damit Sie später nicht von vorn recherchieren.
Schritt 5: Keywords mit dem Keyword-Planer und Claude finden
Die Daten kommen aus dem Keyword-Planer in Google Ads, nicht aus Claude. Claude nutzen Sie danach zum Formatieren, Ergänzen und Sortieren.
- Standort richtig einstellen. Der Keyword-Planer kennt keinen Umkreis. Wählen Sie deshalb Ihre Stadt und die Orte im Einzugsgebiet einzeln aus. Mit „Deutschland“ werden die Suchvolumen viel zu groß angezeigt.
- Startbegriffe eingeben, zum Beispiel „Klimaanlage einbauen“, „Split-Klimaanlage“, „Klimaanlage Wartung“, „Klimatechniker“, und die Keyword-Ideen als CSV herunterladen.
- Liste von Claude bereinigen lassen, damit nur noch die Keywords übrig sind.
- Synonyme ergänzen. Kunden suchen nicht immer mit Ihren Fachbegriffen:
Prompt für Claude: Nenn mir Synonyme und Fachbegriffe, mit denen Kunden nach den Leistungen aus dem Steckbrief suchen. Nur kurze Begriffe, keine langen Suchphrasen, keine Zahlen. Markiere, welche Begriffe eher von Laien und welche eher von Fachleuten kommen.
- Wettbewerber auslesen lassen. Geben Sie Claude die Websites von zwei, drei Wettbewerbern:
Prompt für Claude: Lies diese Websites von Wettbewerbern. Liste mir alle Leistungen und Begriffe auf, die dort vorkommen und in meiner Liste noch fehlen. Womit werben sie? Welche Versprechen tauchen bei allen auf, welche nur bei einem?
Die Antwort auf die letzte Frage brauchen Sie später für die Anzeigentexte: Was alle versprechen, unterscheidet Sie nicht.
- Suchvolumen abrufen. Die vollständige Liste geben Sie unter „Suchvolumen und Prognosen“ wieder in den Keyword-Planer, mit Ihrem Gebiet und dem Zeitraum der letzten 12 Monate. Gerade bei saisonalen Leistungen wie Klimaanlagen muss Sommer und Winter drinstecken. Laden Sie die bisherigen Messwerte herunter, nicht die Prognosen.
Ein häufiger Fehler: Keywords mit wenig Suchvolumen werfen. Für einen Onlineshop mag das stimmen. Wer aber „Klimaanlage installieren lassen“ in Ihrer Region sucht, ist genau der Kunde, den Sie wollen, auch wenn es nur wenige im Monat sind.
Schritt 6: Keywords sortieren: Start, später, klären, raus
Hier spart Claude am meisten Zeit. Was früher Stunden gedauert hat, erledigt es in einigen Minuten. Sie geben den Export aus dem Keyword-Planer in Ihr Projekt und lassen jedes Keyword einordnen:
Prompt für Claude: Hier ist der Export aus dem Keyword-Planer mit historischen Messwerten. Gib mir für jedes Keyword eine Zeile, Spalten genau in dieser Reihenfolge, ohne Kopfzeile: Keyword, Leistung, Quelle, Absicht, Suchvolumen, Gebot, Status, Anzeigengruppe, Keyword-Option, Landingpage, Notiz.
Der Status kennt vier Werte:
- Start: passt klar zum Steckbrief und hat Kaufabsicht
- Später: passt, kommt aber erst bei mehr Budget dazu, zum Beispiel Kostenfragen
- Klären: Claude ist unsicher und fragt nach, etwa ob Sie auch Monoblock-Geräte einbauen
- Raus: passt nicht, zum Beispiel „12 Volt Split Klima“, weil es um Wohnmobile geht
Die Liste wird riesig. Deshalb lassen Sie sie im zweiten Schritt verdichten:
Prompt für Claude: Die Liste ist mir zu groß. Gib mir drei Dinge: Nur die Zeilen mit Status „Start“, höchstens 15 pro Anzeigengruppe, die mit der klarsten Kaufabsicht. Alle „Raus“-Keywords zusammengefasst zu Ausschlusswörtern: das kürzeste Wort, das die Suche blockiert, zum Beispiel „auto“ statt 40 einzelner Autosuchen, Singular und Plural als eigene Zeilen. „Später“ und „Klären“ nur zählen, nicht ausgeben.
Für die Ausschlüsse lohnt eine eigene Tabelle mit zwei Listen: allgemeine Ausschlüsse und Wettbewerber. Mehr zum Prinzip steht im Beitrag Negative Keywords richtig einsetzen.
Ehrlich gesagt: Bis hierhin steckt schon viel Arbeit in der Kampagne, und genau an dieser Stelle steigen viele Betriebsinhaber aus. Die Zeit lohnt sich trotzdem. Auf der Keyword-Recherche baut die ganze Kampagne auf.
Schritt 7: Die Kampagnenstruktur festlegen
Für einen lokalen Betrieb gilt: wenige große Kampagnen statt vieler kleiner. Eine Kampagne pro Stadt oder eine Anzeigengruppe pro Keyword zerstückelt die Daten, und der Algorithmus kann nicht mehr zwischen günstigen und teuren Suchen ausgleichen. Vieles, was vor ein paar Jahren richtig war, schadet heute:
- Eine Anzeigengruppe pro Keyword war sinnvoll, als Anzeigen drei feste Überschriften hatten. Heute setzt Google die Anzeige selbst aus vielen Titeln zusammen. Einzelgruppen zerstückeln nur die Daten.
- Eine Kampagne pro Stadt lässt jede Kampagne allein lernen. Ein Radius um Ihre Adresse reicht.
- Möglichst viele Keywords bringen vor allem Arbeit. Der Großteil der Anfragen kommt ohnehin über fünf bis zehn Keywords pro Kampagne.
Der Grund für weniger, größere Kampagnen ist der Algorithmus. Angenommen, Sie wollen im Schnitt 60 € pro Anfrage zahlen. In einer gemeinsamen Kampagne gibt es Suchen, bei denen eine Anfrage 40 € kostet, und andere, bei denen sie 90 € kostet. Liegt alles in einem Topf, nimmt der Algorithmus die günstigen mit und kann bei den teuren mitbieten. Im Schnitt landet er bei 60 €, und Sie bekommen mehr Anfragen. Getrennt in drei Kampagnen muss jede einzeln 60 € schaffen. Die teure bietet vorsichtiger, verliert Auktionen, und Anfragen, die auch für 90 € ein gutes Geschäft gewesen wären, bleiben aus.
Trennen braucht deshalb einen echten Grund: eine Leistung mit völlig anderem Auftragswert, etwa Wärmepumpen mit Förderung, oder den Wunsch, Budget bewusst zu verschieben, weil das Montageteam voll ist. „Ich will es im Bericht getrennt sehen“ ist kein Grund, dafür gibt es Filter.
Für den Klimatechniker heißt das: eine Kampagne mit vier Anzeigengruppen, dazu eine kleine Kampagne auf den eigenen Firmennamen. Die kostet fast nichts und verhindert, dass ein Wettbewerber über Ihrem Namen steht. Performance Max würden wir bei einem lokalen Betrieb mit 2.500 € im Monat nicht starten, auch wenn Google-Berater das gern empfehlen. Sie greift auf dieselben Suchanfragen zu und nimmt der Suchkampagne die Daten weg.
Schritt 8: Die Kampagne mit dem Google Ads Editor hochladen
Statt jede Anzeigengruppe einzeln im Konto anzuklicken, lassen Sie Claude eine Datei für den Google Ads Editor bauen. Das ist das kostenlose Programm von Google, mit dem Sie Kampagnen offline bearbeiten und gesammelt hochladen.
Prompt für Claude: Erstelle mir aus allen Keywords mit Status „Start“ eine Tabelle für den Google Ads Editor mit den Spalten Kampagne, Anzeigengruppe, Keyword, Keyword-Option. Kampagnenname „Search Klima Düsseldorf“. Genau passend in eckigen Klammern, Wortgruppe in Anführungszeichen. Dazu eine zweite Tabelle mit allen Ausschluss-Keywords mit Status „Raus“, aufgeteilt in die Listen „Universal“ und „Branche Klima“. Beides als CSV zum Download.
Im Editor importieren Sie die Datei und prüfen die Vorschau, bevor Sie hochladen. Im Video legt der erste Versuch nur eine Anzeigengruppe an statt sieben. Eine kurze Rückfrage bei Claude, eine korrigierte Datei, und die Vorschau stimmt: eine Kampagne, sieben Anzeigengruppen, 81 Keywords. Nach dem Hochladen pausieren Sie die Kampagne sofort, denn die Einstellungen fehlen noch.
Schritt 9: Die richtigen Kampagneneinstellungen
Stand Oktober 2026 empfehlen wir für eine neue Suchkampagne diese Einstellungen:
| Einstellung | Unsere Empfehlung |
|---|---|
| Werbenetzwerke | Suchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk aus |
| Conversion-Ziele | nur die primären: Formular und Anrufe |
| Gebotsstrategie | Conversions maximieren, ohne Ziel-CPA |
| AI Max | am Anfang aus |
| Standort | Radius um Ihre Adresse, Option „Präsenz“ |
| Sprache | Deutsch, optional Englisch für englische Browser |
| Automatisch erstellte Assets | aus |
| Weitgehend passende Keywords | aus |
| Werbezeiten | bei knappem Budget Ihre Erreichbarkeit, sonst rund um die Uhr |
| Automatische Empfehlungen | im Konto alle deaktivieren |
Präsenz heißt: Die Anzeige erscheint nur Menschen, die in Ihrem Gebiet wohnen oder sich dort aufhalten, nicht Menschen, die sich nur dafür interessieren. AI Max ist etwas für später, wenn die Kampagne viele Conversions gesammelt hat und das Budget nicht mehr ausgeschöpft wird.
Besonders wichtig sind die automatischen Empfehlungen im Konto. Sind sie aktiv, darf Google selbst Änderungen vornehmen, zum Beispiel weitgehend passende Keywords einbauen. Dann steigen plötzlich die Kosten pro Anfrage, ohne dass jemand von Ihnen etwas geändert hat. Das Gleiche gilt für automatisch erstellte Assets: im Zweifel alles deaktivieren.
Unsicher, ob alles stimmt? Machen Sie einen Screenshot der Kampagneneinstellungen und lassen Sie Claude gegenprüfen.
Schritt 10: Anzeigentexte schreiben, die sich unterscheiden
Wer bei Google „Klimaanlage Düsseldorf“ sucht, sieht fast nur austauschbare Anzeigen: Ort, Leistung, Jahre Erfahrung. Weil Claude die Wettbewerber schon gelesen hat und Ihr Angebot kennt, kann es Texte schreiben, die sich abheben:
Prompt für Claude: Schreibe mir für die Anzeigengruppe „Klimaanlage Einbau“ eine responsive Suchanzeige. 15 Titel, je höchstens 30 Zeichen, nach diesem Mix: zweimal Leistung und Ort, dreimal Nutzen, zweimal Unterschied, zweimal Beweis, einmal Tempo, einmal Wert, einmal Sicherheit, zweimal Handlung, einmal frei. Vier Beschreibungen, je höchstens 90 Zeichen, in jeder zwei bis drei Bausteine, nur Fakten aus dem Steckbrief. Wo eine Zahl fehlt, schreib X. Vermeide Formulierungen, die bei allen Wettbewerbern vorkommen. Zähl die Zeichen mit Code nach und gib sie in einer eigenen Spalte aus.
Warum ein fester Mix? Google kombiniert die Titel selbst. Stehen 15-mal dieselbe Aussage in anderen Worten drin, kann Google nichts testen. Mit dem Mix kommt jeder Baustein vor: Leistung und Ort, damit oben steht, was gesucht wurde. Nutzen und Unterschied, damit Sie nicht klingen wie alle. Beweis, Tempo und Sicherheit für Vertrauen. Und eine Handlung, damit klar ist, was als Nächstes passiert.
Die letzte Zeile im Prompt ist kein Detail. Sprachmodelle verzählen sich bei Zeichen gern. Mit „mit Code zählen“ rechnet Claude nach, statt zu schätzen.
Auch die Anzeigen lassen Sie als Editor-Datei ausgeben und laden sie gesammelt hoch. Anpinnen würden wir nur einen Titel: den mit dem gesuchten Begriff an Position eins. Den Rest testet Google.
Schritt 11: Assets ergänzen
Assets machen die Anzeige größer und vertrauenswürdiger. Diese gehören dazu:
- Bilder von echten Arbeiten und Ihrem Team, ohne Text im Bild
- Firmenname und Logo
- Sitelinks: sechs Stück sind nach unserer Erfahrung der Richtwert, den Google sehen will. Mit einer Landingpage führen sie als Sprungmarken direkt zu Abschnitten, etwa zum Formular
- Zusatzinformationen und Snippets, zum Beispiel Marken oder Leistungen
- Anruf-Asset mit Ihrer Telefonnummer und der passenden Anruf-Conversion
- Standort: Verknüpfen Sie Ihr Google-Unternehmensprofil, damit die Anzeige auch in lokalen Ergebnissen erscheinen kann
Sitelinks, Zusatzinformationen und Snippets schreibt Claude aus dem Steckbrief, zum Beispiel mit „Schreib mir sechs Sitelinks mit jeweils zwei Beschreibungszeilen, nur Fakten aus dem Steckbrief“. Geben Sie dabei die URL Ihrer Landingpage mit, dann kann Claude die Sprungmarken direkt einsetzen.
Schritt 12: Gebotsstrategie und Budget durchrechnen
Starten Sie eine neue Suchkampagne mit „Conversions maximieren“ ab dem ersten Tag, ohne Ziel-CPA. Smart Bidding braucht dafür etwa 15 Conversions im Monat, ob Ihr Budget dafür reicht, rechnet Claude vor. Einen Ziel-CPA setzen Sie erst nach zwei bis drei Monaten mit stabilen Zahlen.
Früher galt: erst Klicks sammeln, dann auf Conversions umstellen. Das machen wir heute nicht mehr, wenn das Tracking von Anfang an sauber misst. Im älteren Beitrag zum 3-Phasen-Modell steht deshalb inzwischen ein entsprechender Hinweis. Unter manuellen Geboten lernt der Algorithmus nur, wer klickt, nicht wer anfragt. Beim späteren Umstellen fängt er bei null an.
Deshalb starten wir direkt mit Conversions maximieren. Ein Ziel, das Sie am ersten Tag raten, ist fast immer zu eng, dann wird die Kampagne kaum ausgespielt. Rechnen Sie damit, dass die Kampagne in den ersten ein, zwei Tagen kaum Impressionen bekommt und langsam anläuft.
Smart Bidding braucht etwa 15 Conversions im Monat, um ein Muster zu erkennen. Ob Ihr Budget dafür reicht, rechnet Claude aus:
Prompt für Claude: Mit dem Budget und dem Auftragswert aus dem Steckbrief: Wie viel darf eine Anfrage maximal kosten, wenn jede dritte Anfrage ein Auftrag wird und der Auftrag sich lohnen soll? Komme ich mit dem Budget auf mindestens 15 Anfragen im Monat? Rechne mit Code und zeig die Rechnung.
Im Beispiel liegt die rechnerische Obergrenze bei rund 1.167 € pro Anfrage: 3.500 € Auftragswert geteilt durch drei Anfragen pro Auftrag. Bei diesem Wert würde die Werbung den kompletten Auftragswert aufbrauchen. Entscheidend ist deshalb, was ein Auftrag nach Material und Arbeit übrig lässt, also der Deckungsbeitrag. Mit 2.500 € Budget und 15 Anfragen kostet eine Anfrage rund 167 €, ein Auftrag also rund 500 €. Bringt ein Auftrag mehr als 500 € Deckungsbeitrag, rechnet sich die Kampagne. Genau diese Rechnung gehen wir mit unseren Kunden durch, damit klar ist, wie profitabel die Kampagne wirklich ist.
Zwei Regeln für später:
- Ziel-CPA erst setzen, wenn die Kampagne zwei bis drei Monate lang regelmäßig rund 30 Conversions im Monat gesammelt hat.
- Manuelle Gebotsanpassungen wie „minus 30 Prozent auf Mobilgeräten“ greifen bei Conversions maximieren nicht. Smart Bidding entscheidet bei jeder Auktion selbst.
Schritt 13: Die Landingpage prüfen
Prüfen Sie vor dem Start, ob die Landingpage das Versprechen der Anzeige oben aufgreift, die Überschrift zur Suche passt und eine Anfrage in wenigen Schritten möglich ist. Die beste Anzeige bringt nichts, wenn die Seite dahinter etwas anderes erzählt. Eine normale Startseite lenkt mit Menüs ab, hat selten eine klare Handlungsaufforderung und greift das Versprechen der Anzeige nicht auf. Drei Fragen prüfen wir immer:
- Passt die Überschrift zur Suche? Wer „Klimaanlage einbauen lassen“ sucht, muss oben genau das lesen und nicht „Willkommen bei Müller Kältetechnik“.
- Hält die Seite, was die Anzeige verspricht? Steht in der Anzeige „Festpreis vor Montage“, muss das oben auf der Seite stehen.
- Wie schnell kann ich anfragen? Telefonnummer oben und klickbar, Formular mit wenigen Feldern. Bei Klimaanlagen hilft ein kurzes Quiz mit Raumanzahl, Raumgröße und Platz für das Außengerät.
Testen Sie immer auf dem Handy. In unseren Konten kommen rund 80 bis 90 Prozent der Klicks von Mobilgeräten. Auch hier hilft Claude:
Prompt für Claude: Hier ist ein Screenshot meiner Landingpage in Handyansicht und die Anzeige für die Gruppe „Klimaanlage Einbau“. Prüf drei Dinge: Passt die Überschrift zu den Keywords der Gruppe? Findet sich jedes Versprechen der Anzeige oben auf der Seite? Wie viele Schritte braucht jemand bis zur Anfrage? Gib mir die drei wichtigsten Änderungen, sortiert nach Wirkung.
Wie eine Landingpage aufgebaut sein muss, steht im Beitrag Warum Landingpages nicht konvertieren und auf unserer Seite zu Landingpages.
Vor dem Start: Kommt eine Anfrage im Konto an?
Die Kampagne steht, aber eingeschaltet wird sie noch nicht. Zuerst prüfen Sie das Entscheidende: Kommen Anfragen überhaupt als Conversion im Konto an? Schicken Sie eine Testanfrage über das Formular, rufen Sie einmal über die Website an und warten Sie, bis beides in Google Ads auftaucht. Das kann ein paar Stunden dauern. Erst dann geht die Kampagne live.
Die ersten Wochen: Geduld und vier Hebel
Nach dem Start kommt der schwierigste Teil: fast nichts tun. In den ersten ein, zwei Wochen lernt der Algorithmus, die Zahlen schwanken stark. Mal kostet eine Anfrage 30 €, mal 150 €. Wer jetzt täglich an Budget und Gebotsstrategie dreht, schickt die Kampagne jedes Mal zurück in die Lernphase.
Das Einzige, was Sie früh tun sollten: jede Woche den Suchbegriffbericht prüfen und unpassende Begriffe ausschließen. Nach 30 Tagen lassen Sie Claude den Bericht sortieren:
Prompt für Claude: Hier ist der Suchbegriffbericht. Sortiere jeden Suchbegriff: ausschließen, als Keyword aufnehmen, beobachten. Ausschließen nur, wenn er sicher nicht zum Steckbrief passt. Gib für jeden Ausschluss das kürzeste Wort an, das ausgeschlossen werden muss, plus Singular und Plural. Schließ nichts aus, was zu „Klären“ oder „Später“ gehört. Markiere Suchbegriffe mit Kosten, aber ohne Conversion. Am Ende die Ausschlüsse als Liste zum Kopieren.
Und mit den Zahlen der ersten 30 Tage je Anzeigengruppe fragen Sie: Welche Gruppe bringt Anfragen, welche kostet Geld ohne Ergebnis, welche hat zu wenig Daten und gehört in eine andere, und sind wir reif für einen Ziel-CPA? Den Durchschnitt lässt Claude mit Code berechnen und einen Wert 10 bis 20 Prozent darüber vorschlagen.
Läuft die Kampagne stabil, gibt es vier Hebel für mehr Anfragen:
- Budget erhöhen, aber in Schritten von 10 bis 20 Prozent, dann ein bis zwei Wochen abwarten. Große Sprünge werfen die Kampagne zurück in die Lernphase. Saisonale Leistungen skalieren Sie vor der Saison, bei Klimaanlagen im Frühjahr.
- Das Gebiet erweitern, wenn Anfragen von außerhalb gut laufen und Sie dort auch hinfahren. Oft der günstigste Weg zu mehr Anfragen.
- Keywords mit Status „Später“ aufnehmen, etwa Kostenfragen, die schon fertig in Ihrer Tabelle stehen.
- Weitgehend passende Keywords testen, aber erst mit stabilem Ziel-CPA und als Experiment mit der Hälfte des Traffics.
Eine neue Leistung wie Wärmepumpen bekommt eine eigene Kampagne, weil Auftragswert und Kunden anders sind.
Wie wir das in der Agentur machen
Weingärtner Beratung ist eine Google-Ads-Agentur aus Düsseldorf für Handwerker und Dienstleister. Alles in dieser Anleitung funktioniert mit der normalen Claude-App: Screenshots und CSV-Dateien hinein, Ergebnisse heraus. Bei uns läuft es eine Stufe weiter. Wir arbeiten mit Claude Code, das die Daten direkt aus den Konten holt. Wir müssen nichts mehr exportieren, sondern sagen zum Beispiel „Prüf die Einstellungen aller Kampagnen“ oder „Werte die Suchbegriffe der letzten 14 Tage aus“.
Ändern darf die KI trotzdem nichts, ohne dass wir zustimmen. Sie schlägt vor, wir entscheiden. Wie das im Alltag aussieht, steht auf der Seite KI bei Weingärtner.
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Kapitel im Video
| Zeit | Kapitel |
|---|---|
| 0:00 | Intro |
| 1:58 | Claude-Projekt und Steckbrief |
| 12:50 | Conversion-Tracking |
| 16:50 | Keyword-Recherche |
| 32:52 | Kampagnenstruktur |
| 34:58 | Upload mit dem Google Ads Editor |
| 38:44 | Kampagneneinstellungen |
| 45:28 | Anzeigentexte |
| 50:16 | Assets |
| 52:52 | Gebotsstrategie |
| 55:07 | Landingpage prüfen |
| 58:35 | Start der Kampagne |
| 1:00:25 | Optimierung in den ersten Wochen |
| 1:02:39 | Ausblick |
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