KI ist in Google Ads gut darin, große Datenmengen zu lesen: Gebote steuern, Anzeigentexte kombinieren, unpassende Suchbegriffe finden. Schlecht ist sie darin, Ihr Geschäft zu verstehen. Sie weiß nicht, welche Aufträge Sie wollen, wann Sie ausgelastet sind und welcher Kunde sich nicht lohnt. Die beste Aufteilung: KI prüft und schlägt vor, ein Mensch entscheidet.
Wo in Google Ads heute schon KI steckt
Wer heute ein Google-Ads-Konto öffnet, arbeitet mit KI, ob er will oder nicht. Google nennt es nicht immer so, aber hinter fast jeder Automatik steckt maschinelles Lernen:
- Smart Bidding setzt für jede einzelne Suche ein eigenes Gebot, je nach Uhrzeit, Gerät, Ort und Suchverlauf.
- Weitgehend passende Keywords lassen Google entscheiden, welche Suchen zu Ihrem Keyword passen. Das sind oft mehr, als Ihnen lieb ist.
- Responsive Suchanzeigen kombinieren Ihre Überschriften und Beschreibungen selbst und testen, welche Mischung am besten läuft.
- Performance Max übernimmt gleich die ganze Verteilung über Suche, YouTube, Display und Maps.
Das ist kein Nachteil. Die Automatik kann Signale lesen, die kein Mensch je sehen würde. Aber sie hat eine Schwäche: Sie optimiert genau auf das Ziel, das man ihr gibt, und sie kennt Ihr Geschäft nicht.
Was KI im Konto gut kann
Große Mengen lesen. Ein Konto mit 3.000 € Budget im Monat sammelt schnell mehrere tausend Suchbegriffe. Kein Mensch liest die jede Woche vollständig. Eine KI schon. Sie erkennt Muster wie „jobs“, „selber machen“, „kostenlos“ oder fremde Städte und markiert sie.
Zahlen abgleichen. Kosten, Klicks, Anfragen und Aufträge jeden Tag nebeneinanderlegen und Ausreißer finden: Das ist Fleißarbeit, die eine Software nachts erledigt. Wir sehen dann am Morgen, dass in einem Konto seit gestern keine Anrufe mehr ankommen, und nicht erst im Monatsbericht.
Vergleichen. War es gestern nur in Ihrem Konto ruhig, oder bei allen Sanierern in der Region? Wer mehrere Konten betreut, kann das über alle Konten vergleichen und so einen ruhigen Markttag von einem echten Problem trennen.
Entwürfe liefern. Anzeigentexte, Überschriften für die Landingpage, erste Fassungen für FAQ. Schnell, in vielen Varianten.
Was KI nicht kann
Ihr Geschäft verstehen. Die KI weiß nicht, dass Sie gerade drei Monate ausgebucht sind, dass Sie keine Kleinaufträge unter 5.000 € mehr wollen oder dass ein bestimmter Stadtteil zu weit weg ist. Für sie ist jede Anfrage gleich viel wert, solange niemand etwas anderes sagt.
Mit dem falschen Ziel umgehen. Misst Ihr Konto nur abgeschickte Formulare, lernt die Automatik, möglichst viele Formulare zu holen. Auch die, aus denen nie ein Auftrag wird. Deshalb ist Tracking bis zum Auftrag die Voraussetzung dafür, dass KI im Konto überhaupt in die richtige Richtung arbeitet.
Abwägen. „badsanierung jobs“ ist für einen Sanierungsbetrieb normalerweise ein Fehlklick. Sucht der Betrieb aber gerade Fliesenleger, ist genau dieser Begriff Gold wert, nur eben für die Recruiting-Kampagne. Eine KI schlägt den Ausschluss vor. Ob er richtig ist, weiß nur jemand, der den Betrieb kennt.
Verantwortung übernehmen. Wenn Budget falsch fließt, muss jemand das erklären und ändern können. „Das hat die Automatik so entschieden“ ist keine Antwort, die ein Kunde hören möchte.
Die Aufteilung, die funktioniert
Aus sieben Jahren in Google-Ads-Konten ist bei uns eine einfache Regel geworden: Die KI prüft und schlägt vor. Ein Mensch entscheidet.
Konkret sieht das so aus:
- Jede Nacht gleicht unser System Kosten, Klicks und Anfragen aller Konten ab.
- Jede Woche liest die KI jeden Suchbegriff und schlägt Ausschlüsse vor. Begriffe, die schon Anfragen gebracht haben, hält sie zurück.
- Jede Anfrage wird mit ihrem Suchbegriff an Google zurückgemeldet, damit Smart Bidding aus echten Ergebnissen lernt.
- Freigabe: Ausschlüsse, neue Kampagnen und Budgetänderungen setzen wir erst um, wenn wir sie geprüft und freigegeben haben. Budgets ändern wir nur nach Rücksprache mit dem Kunden.
Im letzten Monat hat unser System so über 63.000 Suchbegriffe geprüft. Nicht jeder Vorschlag wurde umgesetzt: Ein Teil der Begriffe passte am Ende doch zum Geschäft des Kunden. Genau dafür ist die Freigabe da. Wie Sie Schritt für Schritt eine Suchkampagne mit Claude aufbauen, zeigt die Anleitung zur Google-Ads-Suchkampagne mit Claude. Wie das bei uns im Detail aussieht, steht auf der Seite KI bei Weingärtner.
Woran Sie eine gute KI-Nutzung bei Ihrer Agentur erkennen
Fragen Sie nach, wenn eine Agentur mit KI wirbt:
- Wer entscheidet? Wenn die Antwort „die KI“ oder „der Algorithmus“ ist, fragen Sie, wer haftet, wenn es schiefgeht.
- Worauf optimiert die KI? Ohne Messung bis zur Anfrage oder zum Auftrag ist jede Automatik ein Blindflug. Mehr dazu im Beitrag Conversion-Tracking einrichten.
- Sehe ich, was geändert wurde? Ausschlüsse und Änderungen müssen im Konto nachvollziehbar sein.
- Kostet das extra? Eine KI, die nur als Aufpreis verkauft wird, ist oft ein Berichtstool mit neuem Namen.
KI macht eine gute Betreuung schneller und gründlicher. Eine schlechte macht sie nicht besser.
Baut und betreut die Google-Ads-Konten unserer Kunden und zeigt die Arbeit offen auf YouTube, mit echten Konten und echten Zahlen. Mehr über uns

